Gegen 5 Uhr früh steigen wir trotz stärkerem Regen auf unsere Fahrräder. Auf dem ca.45 minütigen Weg wird der Himmel immer heller und die Sonne scheint die Wolken etwas wegzuschmelzen. Wir treten in die Pedalen, wollen ja den Sonnenaufgang nicht verpassen. Während Pferde über die Wiese im Tempel galoppieren, Schweine ihr Frühstück zu sich nehmen steigt langsam die Sonne hinter Angor Wat empor. Ein wahnsinniger Anblick mit guter Athmosphäre. Bei wolkenlosem Himmel und praller Sonne machen wir uns auf und besichtigen weitere sehr schöne Tempel. Wir haben uns die große Route mit ca.28km vorgenommen. Sobald man vor einem Tempel anhält laufen einige Kinder auf einen zu um allerlei Sachen zu verkaufen. Die Mutti schreit vom Essenstand (Do you want something to eeeat?). Sehr gewöhnungsbedürftig, aber so langsam klappt es :-) . Man muss sogar um den Preis des Essens und Trinkens verhandeln, sonst wird man als Tourist über den Tisch gezogen und das mit ordentlich Prozenten. Aber nicht mit uns :-) . Vorbei an weiteren Tempeln, Reisfeldern und Straßenbauern, merken wir das langsam der Sonnenuntergang ansteht. Der Aussichtspunkt auf nem Berg ist noch ein ganzes Stück weg, also wieder schneller Tritt in die Pedalen.Vorbei an Angkor Wat im wundervollen Abendlicht, fix zum Berg. Angekommen warten noch sehr viele Stufen auf uns. Man darf sich aber nicht unsere Stufen vorstellen, sondern viel schmalere und höhere. Gehetzt, die Körper schwitzen, erschöpft erreichen wir die Spitze und jetzt kommt es, 2 Minuten zu spät (zumindest um Angkor Wat im Sonnenlicht zu sehen). Macht nix, trotzdem ein atemberaubender Blick auf Angkor Wat und auf den See auf der anderen Seite mit untergehender Sonne. Sobald es dunkel wird sieht man Fledermäuse von der Größe von Adlern auf allabendlicher Futtersuche umherziehen. Im Dunklen zurück in die Unterkunft, ein harter Tag hinter uns, schlafen wir wie Steine und beschließen das ein Sonnenaufgang reicht. Am nächsten Tag kommen wir nur sehr langsam in die Gänge. Tagesziel ist Ta Prohm, der wohl schönste Tempel rund um Angkor Wat. Überwältigende Bäume wachsen auf den Mauern der Tempel und bohren ihre riesigen Wurzeln durch das Gestein. In einem kleineren Haus hörte man sogar die tief brummende Vibration seines Körpers, wenn man sich mit der Faust auf die Brust schlug. Gesehen haben wir noch den alten Mann, der auf dem kambodschanischen Lonely Planet ist. Dann wurde Antje gefragt, ob sie sich mit einem jungen Mädchen fotografieren ließe. Kein Ding. Dann haben wir ne Abkürzung genommen. Es kamen dicke Wolken, fing an zu regnen und dann kamen viele Blitze. Wenig Bäume um uns herum, die Strasse höher gelegen als alles andere, die Stadt noch 5km weg, Gunnars Kette springt ständig ab. All dies machte uns zu große Sorgen. Also Bierpause :-) . Gunnar ist sogar ein Blitz auf das Foto gesprungen. Heil in der Stadt angekommen, Abendbrot mit Fruchtshakes (Jack-Fruit, Dragon Fruit und von jeder Frucht etwas), Bus nach Phnom Phenh bestellt, ging es ins Bett. 7 Uhr sollten wir abgeholt werden, 7:30Uhr ist noch niemand da. Also sind wir ins Office gegangen. Die wussten auch nicht so richtig, also ab ins Auto, zum Busplatz und rein in den Öffentlichen. 30 Khmer und wir 3. Einfach nur super. Bessere Strassen als beim letzten Mal erreichten wir die Hauptstadt. Umlagert von Tuk-Tuk Fahrern, die einen direkt aus dem Bus helfen :-) , laufen wir zu Fuß um unsere Unterkunft an nem See zu finden. Sehr nett gestaltet, wunderbarer Ausblick und ein herrlicher Sonnenuntergang, direkt hinterm See. 1 Tag Pause, da wir 3, also mit Werner, irgendein Essen nicht vertragen haben. Viel Toilette, aber jetzt ist alles wieder im Gleichgewicht, dank Ingwertee??? Heute haben wir uns mit der Geschichte Kambodschas auseinandergesetzt. Wir sind ins Tuol Sleng Museum (S21) gefahren, einer ehemaligen Schule, die von den “Roten Khmer“,die von 1975 bis 1979 mehr als eine Million Menschen töteten, in ein Gefängnis umgewandelt wurde. Grausame Bilder, Foltermethoden, uns fehlen die Worte. Man kann es einfach nicht verstehen, wozu Menschen fähig sind. Auf einem gemalten Bild sieht man, wie ein “Roter Khmer” ein Baby in die Luft wirft und dabei erschiesst. Sehr bedrückt sind wir danach zu den “Killing Fields” gefahren, den Massengräbern. Uns fehlen noch immer die Worte, also Cut an dieser Stelle.

Später, wieder in der Stadt haben wir uns alle ein Burgermenü gegönnt und sind danach noch über den Central Market geschlendert (der übliche Anblick von rohem Fleisch mit Fliegen, allerlei Meereszeugs und viel Obst) . Angekommen im Guest House. Relaxen. Jetzt noch Abschiedsbier mit Werner trinken. Er will morgen früh nach Kratie fahren um die letzten Süsswasserdelfine zu beobachten.

Wir sind noch nicht sicher wohin die Reise geht. Kambodscha gefällt uns auf alle Fälle sehr sehr gut. Aber wir haben ja noch nächstes Jahr (na Eltern? :-) ).

Ende.

Social Bookmarking:These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages.
  • del.icio.us
  • digg

Verwandte Themen nach Tags:

Inhaltlich verwandte Themen:

  • Kein zugehörigen Beiträge gefunden.

Kein Kommentar zu “Do you want something to eeeeeat? Or to driink?”  

  1. Keine Kommentare

Hinterlasse doch eine Nachricht.



RSS Icon Immer aktuell mit dem RSS 2.0 Feed von "Rund um unsere Welten".

Tags

Clustr Icon

Clustr Map




© Copyright 2008, Gunnar Boldhaus

Creative Commons License

XING