Nach ueber 20 Stunden Zugfahrt in der Sleeper Class (vom Ramnagar ueber Lucknow nach Varanasi) stehen wir endlich am Bahnhof. Wir wissen in welches Hotel wir wollen und buchen uns ein Prepaid Taxi (also man sagt an nem Rikshastand wo man hin will, bezahlt dafür und erst wenn der Fahrer den Zettel, wo alles vermerkt ist, zurückgibt, bekommt er sein Geld). Klingt ja sehr gut, dachten wir zumindest. Längere Geschichte, die erzählen wir gerne mal so. Jedenfalls falscher Stadtteil mit identischen Hotelnamen bzw. leicht abgewandelten. Z.B. wollten wir ins Alka Hotel am Meer Ghat und landeten im Alka B. Guest House (das B ist wohl so klein geschrieben, dass man es nicht erkennt). Wir fallen aber nicht darauf rein und laufen durch die Strassen, bis wir endlich unser Hotel finden. Also aufpassen in Varanasi. Unser Hotel ist sehr ruhig gelegen mit direktem Blick auf den Ganges, der 5 Meter entfernt dahin fließt. Nach der langen Zugfahrt geht bei uns nicht mehr viel, die nächsten zwei Tage erkunden wir die tausenden von schmalen Gassen. Zum Teil sehr alte und schöne Hauser, darunter aber auch viele heruntergekommene und nicht mehr ansehnliche Gebäude. Leider wieder viel Staub, Müll und Kuhdung. Dieser wird auch an den Hauswänden getrocknet, da dieser als Brennstoff dient. Tausende Geschäfte auf engstem Raum, die sehr oft das gleiche anbieten, Motorräder, Menschen und leider auch ein paar leicht aggressive Hunde. Ein Glück sind wir gegen Tollwut geimpft. Badende Wasserbüffel neben badenden Hindus. Affen ohne Ende auf den Dächern.
Viele Kinder die immer ein Foto und nen Handschlag wollen, viele kranke Mensche und Bettler und jeden Tag die selben Fragen (Where are you from? Whats your name? How are you? usw).
Dagegen war Thailand und Kambodscha harmlos. Aber wir sind ja in Indien.

Varanasi Varanasi Varanasi

Ein sehr hoher Ganges, deshalb sind einige Ghats (Badestellen) derzeit geschlossen bzw. nicht nutzbar. Sonst kann man leicht am Fluss entlang laufen, jetzt kämpft man sich durch verwinkelte Gassen um von Ghat zu Ghat zu kommen. Heute haben wir auch eines der Burning Ghats besucht. Auf nem Dach für die Touristen, bekommen wir alles erklärt und werden beim gehen zu einer kleinen Spende aufgefordert. Helen (haben wir gestern kennengelernt, aus Paris) gibt 20 Rupies. Das löst eine Beschwerde des Erzählers aus, wir gehen empört. Selbe Situation als Stefan einer Frau (Bettlerin) 2 Rupies in die Hand gibt, meint auch Sie es sei zu wenig. Macht keine Lust auf mehr Spenden, wenn sich über die Höhe von Almosen beschwert wird. Wir werden bestimmt zusammen 50 mal am Tag danach gefragt.

Gerade eben haben wir Sebastian aus San Francisco kennengelernt. Morgen gegen 5:30 Uhr früh wollen wir zusammen mit ihm und Helen ne Bootstour entlang der Ghats machen. Mal sehen ob der Himmel ohne Wolken ist.

Es ist erschreckend wenn man sieht wie die Menschen hier wohnen (eine Familie mit 8 Personen haust hier teilweise auf 6 dreckigen und dunklen Quadratmetern), was sie an Essen bekommen und in welchem hygienischen Zustand sie gezwungen sind zu leben.

Volker Pispers hat mal gesagt: “In Deutschland wird auf einem Niveau gemeckert, um das uns 80% der Weltbevölkerung beneidet.”

Bis bald
Antje und Gunnar

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Ein Kommentar zu “Varanasi und der hohe Ganges”  

  1. Gravatar Icon 1 Alexander Groß

    Ein gutes Zitat, da hat er leider mal wieder Recht, der Herr Pispers!

    Eine gute Weiterreise allerseits,

    Alex

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