16.9. Belize City
Dank Jetlag und Verwirrung über die Anzahl der zeitzuverschiebenden Stunden waren wir schon recht früh auf den Beinen, üppiges Fruehstueck mit lecker Bohnen, Toast, Pancakes. Noch ein bisschen durch die Stadt gestromert, Internet im Kühlschrank, ein zahnloser Rasta-Opa mit weißen bodenlangen Dreadlocks grinst uns zu. Gegen Mittag gings zum Boot Richtung Caye Caulker, einer ca. 6 km langen aber nur wenige 100 m breiten Insel mit 1300 Einwohnern. 1961 lief hier ein Hurrikane durch und hat die Insel zweigeteilt, was heute als “The Split” bezeichnet wird.
Zusammen mit einem Haufen anderer Packpacker ging es in rasanter Fahrt vorbei an vielen kleinen Inselchen. Kaum dort angekommen wurden wir schon von einer Horde Schlepper umschwärmt, die sich relativ leicht abwimmeln ließen aber trotzdem nicht eingeschnappt waren und sich nett von uns verabschiedeten mit “Welcome on my island, man”. Also trotten wir zusammen mit zwei Deutschen los, die eine der drei nicht asphaltierten Hauptstraßen entlang, durch downtown Caye Caulker (ein Supermarkt, eine Karaokebar, ein Ramschladen und ein Grillplatz gegenüber am Meer. Auf der Insel dürfen nur elektrobetriebene Golf-Carts rumfahren, die meistens mit dicken Amerikanern deutlich über der zulässigen Belastungsgrenze bepackt sind. Hier können sogar Krabben und Einsiedlerkrebse über die Hauptstraße schleichen, ohne übergroße Sorge haben zu müssen, platt gefahren zu werden.
Nach einigem Suchen finden wir auch ein sehr schönes Guesthouse mit Blick zum Meer und netten Leuten. Erster Schnorchelversuch beim Split, aber die Strömung zwischen den beiden Inselteilen war so groß, dass man immer Gefahr lief, davon erfasst und auf der anderen Seite aufs Meer getrieben zu werden wenn man zu dicht ran kam.
Nach der Inselsiesta - ist eigentlich immer - haben wir uns in einem gemütlichen Restaurant mit wunderschönen Lampen (wieder neue Inspirationen) niedergelassen, auf einer Leinwand lief gerade eine Reggae-Festival-DVD, und der Inselbär (ein Rastafari mit Vollbart, rot-gelb-grüner Wollmütze und natürlich ausufernden Dreads) sang und pfeifte dazu - sehr lustig.
Es gibt hier sogar eine Polizeistation, deren Hauptaufgaben sicherlich falsch geparkte Golf-Taxis zu sein scheinen.
17.9. Caye Caulker
Erste große Unternehmung: ein Segelturn zum Hol Chan Riff bei Ambergris Caye. Halb 11 gings los zusammen mit einem Schweizer Pärchen, zwei Belgiern, und zwei Jungs aus Cottbus. Dazu vier Crew-Mitglieder, die sich zwar alle auf dem Trip nicht tot gemacht haben, aber das Ganze auch als entspannten (und bezahlten) Ausflug betrachten konnten. Sehr geruhsam mit mässigem Wind gings der ersten Schnorchelstelle, Coral Gardens, entgegen. Sehr schöne und bizarre Formen, aber leider auch sehr viele abgestorbene Korallen, da viele von Hurricans niedergemäht wurden. Immerhin gabs ‘ne Menge Fische und sogar Rochen zu sehen.
Dann weiter zur Shark Rey Alley, die ihrem Namen alle Ehre machte. Hier wurden dann auch ordentlich die Fische angefüttert und Sekunden später balgten sich 5-6 ausgewachsene Ammenhaie und unzählige Thunfische um die Essensreste. Dieses Getümmel konnte man sich hautnah in Augenhöhe mit den Tieren ansehen. Claudi war sehr begeistert und hat eine neue Leidenschaft entdeckt: Haie, so nah wie möglich und so groß wie möglich. Nach ausgiebigem Hai-Umschnorcheln gabs dann auch für uns Futter - natürlich Fisch, auch Huhn - und dann weiter zum Hol Chan Riff, wo sich auch schon allerhand Taucher tummelten. Auf dem Rückweg gerieten wir in ein aus der Ferne sehr eindrucksvoll aussehendes Unwetter, das sich sehr praktisch als Süsswasserdusche umfunktionieren ließ. Dann wurde natürlich noch jede Menge Raggamuffin-Rumpunsch eingeschenkt, und jetzt war auch klar, wofür die vielen Crewmitglieder da waren - zum sofortigen Auffüllen der leeren Becher (auch der eigenen).
18.9. (immer noch Caye Caulker)
Wieder mal zu einer für uns sehr untypisch frühen Zeit aufgestanden. Es ging gleich zur Tauchschule und für Claudi war Schulbankdrücken angesagt!! Ich sollte gleich aufs Boot und bei wilder Achterbahnfahrt durch Mangrovenwälder, an kleinen Inseln vorbei, übers Meer zu einem Riff bei Caye St. George. Dort waren zwei Tauchgänge geplant. Der erste zum Warmwerden auf 21 m. Tolles Riff, unglaublich viele bunte Korallen, viele Tropenfische, sogar eine Moräne wurde auf Photo festgehalten. Das Unterwassergehäuse hat sich mehr als bewaehrt, obwohl es doch sehr schwierig ist, damit Bilder zu machen. Die meisten bestehen nur aus Blautoenen. Man muss schon sehr nah ran und dann hat man von den Fischen meistens nur die Schwanzflosse drauf. Trotzdem sind ein paar schoene Bilder dabei.
Dann 60 min. Tauchpause und danach der zweite Tauchgang, der erste Spezialtauchgang zum Advanced Open Water Kurs: Peak Performance Boyancy. Es geht darum, den Auftrieb so zu kontrollieren, dass man weder wie ein Stein auf den Boden (oder ins Bodenlose) sinkt, noch wie ein Pfeil an die Oberfläche schießt. Wir, eine Engländerin und ich, haben uns nicht ganz blöde angestellt. Nebenbei gabs sogar noch eine riesengroße Meeresschildkröte zu sehen.
Das grosse Highlight war allerdings vorher auf dem Boot, als unser Skipper einen großen dunklen Schatten im Wasser erspähte, was sich als Manati (oder Seekuh) herausstellte. Wirklich sehr putzige Tierchen, die Seekühe. Dieses Exemplar war wohl 3 m lang und ‘ne halbe Tonne schwer, also eher ein Koloss von einem Tier. Natürlich waren alle sofort mit Schnorchel zeug bewaffnet im Wasser, um sich das nicht entgehen zu lassen. Irgendwann war die Gute von uns genervt und hat sich verzogen.
2 Kommentare zu “Reif fuer die Insel”
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hallo claudia und markus,
viele liebe grüße von den Bach´s senden euch rosmarie, ruth und frau schnorrbusch.wir schauen tgl. auf eure web-site und erwarten immer mit spannung was ihr alles unternommen habt.
viel spaß noch im urlaub und genießt die zeit in der karibik.
bis bald Kerstin
Hallo Markus,
euch geht’s offensichtlich blendend und das ist gut so. Ich war vorgestern in eurer Bude, alles im grünen Bereich!
Viel Spaß weiterhin,
Alex