Dangriga, 1.Okt
Da wir recht lange nach unserer Fahrt von Tobacco Caye in Dangriga im Internetcafe zugebracht haben, war der letzte Bus nach Hopkins, unserer nächsten geplanten Station, schon weg. Also beschlossen wir sehr spontan, nach Placencia zu fliegen. Hopkins wäre vermutlich ebenso ausgestorben gewesen wie Tobacco Caye, also ließen wir uns mit einem Taxi zum kleinen Flughafen von Maya Island Air kutschieren. Dort war sogar ein Flug zu haben, der uns innerhalb der nächsten 90 min nach Placencia bringen sollte. Die kleine einmotorige Propellermaschine passte in ihren Dimensionen auch genau zum Flughafen. Auf dem ca. 100 m langen Rollfeld hätte wahrscheinlich auch nix grösseres starten oder landen können. In der 12sitzigen Maschine konnten wir gleich hinter dem Piloten sitzen und hatten bei ziemlich geringer Flughöhe einen grandiosen Ausblick über die Küste und nach 15 Flugminuten auf die erschreckend kurze Landebahn in Placencia.
In Placencia, einem Ort an der Küste, der mit seiner schmalsten Strasse der Welt im Guinessbuch der Rekorde steht (ein Betonweg mit ca 1 m Breite, Radfahren verboten), trafen wir sogar wieder die beiden netten Schweizer, mit denen wir in den nächsten Tagen noch einiges unternehmen sollten. Aber erst gestaltete sich die Hotelsuche doch etwas mühsam und langwierig, weil aufgrund der Nebensaison schon viel zu hat, und wir scheinbar auch recht anspruchsvoll geworden sind. Schließlich landen wir im Hotel bei dem Schweizer Pärchen mit Meerblickzimmer und Balkon mit Hängematte zu einem akzeptablen Preis. Bei Lance, unserem mittlerweile zum Lieblings-Travel-Agent avancierten Fachmann für jegliche touristische Belange, buchten wir mal wieder einen Tauchausflug zum Riff am nächsten Tag.
Placencia, 3.Okt
Früh gleich zum Tauchshop, allerdings mussten wir den Captain erst davon überzeugen, dass wir zum Riff wollten und nicht nur zu einer der vorgelagerten Inseln mit deutlich weniger Korallen. Nach einigen Diskussionen und Rückfragen gings dann aber endlich doch zum Riff. Dann allerdings das nächste Fiasko: es fehlte eine Komplettausrüstung. Schließlich hat sich dann aber der angehende Divemaster dazu bereit erklärt, auf den Tauchgang zu verzichten und Claudi ihre Ausrüstung zu überlassen. Die war allerdings in einem nicht gerade guten Zustand und der Sauerstofftank hing recht lose, was das Gleichgewicht unter Wasser doch ziemlich erschwert. Als wir in der Pause zwischen den beiden Tauchgängen die Crew darauf aufmerksam machten, kamen leider nur blöde Sprüche und kein konstruktiver Beitrag, sehr unschön das ganze. Immerhin kam dann Claudis Tauchermesser zum Einsatz, als ich mit Hilfe von Wurzeln und anderem Strandgut fachmännisch Claudis Weste zusammenflickte. Die Konstruktion sah abenteuerlich aus, hielt aber, so dass der zweite Tauchgang dann doch noch sehr entspannt und zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten über die Bühne ging. Wir haben auch wieder sehr viele Tiere, unter anderen auch wieder die großen Adlerrochen und einen Baby-Ammenhai (einfach zum Knuddeln) gesehen.
Placencia, 5.Okt
Auf Anregung der beiden Schweizer haben wir heute zu viert eine Bootstour auf dem Monkey River gemacht. Lance, unser Lieblings-Travel-Agent hatte auch dafür gesorgt, dass wir, nachdem er von dem etwas missglückten Tauchausflug erfuhr, den besten Guide für diese Tour bekommen.
Um 8 stiegen wir also bei Ralph ins Boot und fuhren erstmal an der Küste entlang, immer mal wieder durch ein Mangroven-Wäldchen und bekamen sogar einige Delphine zu Gesicht, die unser Boot umkreisten. Dann fuhren wir den Monkey River, einem zum Naturreservat erklärten Gebiet, flussauf und sahen eine Menge Wasservögel. Der Fluss schlängelt sich durch wunderschöne Landschaft, teils Mangroven, teils Dschungel oder hohes Schilfgras. Ralph erzählte viel über die zu sehenden Pflanzen- und Tierarten. Schließlich legten wir irgendwo in der Wildnis an und wanderten auf einem dünnen Pfad durch den Regenwald. Leber unseren Köpfen turnten schwarze Brüllaffen durchs Dickicht und allerlei kleines Getier (auch eine kleine Baumschlange) war zu sehen.
Auf dem Rückweg hielten wir in einem kleinen idyllischen Dörfchen an der Mündung des Monkey River, wo uns ein ausgezeichnetes Mittagessen vorgesetzt wurde.
Kurz vor Placencia hielten wir zwischen den Mangroveninselchen bestimmt eine Stunde nach Manatis Ausschau. Unsere Geduld wurde sogar belohnt und es ließ sich immer mal eines an der Wasseroberflaeche blicken. Alles in Allem eine sehr gelungene Unternehmung.
Das gemeinsame Abendessen mit Tanja und Andreas wird hier langsam zum Ritual, und es ist wie immer äusserst nett mit den beiden.
6.Okt
Den letzten Tag unserer Reise lassen wir sehr ruhig angehen, auch wenn die rot getiegerte Hotelkatze wieder einmal 5:45 durch lautes Miauen ihre Streicheleinheiten einfordert. Da kann man auch nichts machen. Ich lege mich in die Hängematte und die Katze springt mir auf den Bauch.
Weil Fliegen mit Maya Air hier doch so ein großer Spaß ist, entschließen wir uns, bei Lance zwei Tickets für morgen nach Belize City zu kaufen und werden uns dadurch 5 Stunden Busfahrt statt dessen entgehen lassen. Außerdem können wir dann 3 h länger schlafen, was ja auch ein sehr überzeugendes Argument ist.
Wenn nichts dazwischen kommt, haben wir also morgen einen 35minuetigen Flug nach Belize City mit Zwischenstopp in Dangriga, haben dann noch ein paar Stunden Zeit in Belize City und fliegen dann weiter über Atlanta und Paris nach Berlin, wo wir dann hoffentlich, vorausgesetzt wir kriegen alle Anschlussflüge, am Sonntag Nachmittag ankommen werden.
Liebe Grüsse aus dem mittlerweile ziemlich verregneten Belize!
Claudi und Markus
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