Nach Mount Abu sollte uns eine lange Fahrt zum Sasan Gir Nationalpark führen. Ein kurzer Zwischenhalt in Ahmedabad für eine Nacht in einem schäbigen Hotel, das definitiv zu wenig Putzmittel abbekommen hat, dafür aber um so mehr Feuchtigkeit. Naja ist ja nur eine Nacht gewesen. Wir bleiben hier weil wir uns den letzten Abend des Navaratri Festivals anschauen wollen. Es ging Neun Tage lang und dieser letzte Abend soll der Höhepunkt werden. Müde und geschafft von der Zugfahrt, die natürlich wieder verspätet endete, schleifen wir uns zu einer empfohlenen Stelle wo getanzt werden soll. Gegen 23 Uhr ist noch nicht viel los. Ein Chai vertreibt uns die Zeit und danach versuchen wir es erneut. Diesmal finden wir schon einige Leute vor, die im Kreis um einen aus Blumen auf dem Boden kreierten Pfau tanzen. Die meisten Leute sitzen aber drumrum und schauen nur zu. Obwohl wir nur an einer Ecke am Rand sitzen, sind wir trotzdem die Attraktion und die tanzenden Menschen drehen sich ständig nach uns um. Als einer auf die Idee kommt uns anzusprechen und uns zum mittanzen überreden zu wohlen, scharren vielleicht 20 Leute um uns die uns im Minimalabstand begaffen und auf uns einreden. War zwar lieb gemeint, aber müde vom Tag und zu sehr bedrängt haben wir keine Lust uns zum Tanzen für einen uns unbekannten Gott zwingen zu lassen, die Meute ist anstrengend und wir verlassen schließlich den Ort um etwas mehr Ruhe zu ergattern.
In einem netten Hotel kommen wir am nächsten Abend in Sasan unter. Super lecker Abendessen im Haus der Familie, wo wir auch die folgenden Tage vorzüglich beköstigt werden. Der Nationalpark (Sasan Gir) hat dummerweise geschlossen, macht erst in 2,5 Wochen auf, zu spät für uns. Und was wird jetzt aus den letzten asiatischen Löwen? Zumindest kein Meeting mit uns. Sehr schade. Wir machen ne Nacht-Tour mit dem Jeep und 2 erfahrenen Führern durch die Dörfer drumrum, sehen dabei ein paar Nachttierchen wie Eulen, Flughunde und ne Schlange. Wir bekommen einen Wasserbüffel zu sehen von dem nicht mehr allzu viel übrig ist, weil ihn Löwen als Mahlzeit gewählt hatten. Das Forest Department hat was gegen unseren Ausflug, also fahren wir wieder zurück.
Am nächsten Tag laufen wir tagsüber mit unserem netten Guide Raju noch ein ganzes Stück am Fluss des Ortes entlang (ungefährliche Gegend in Sachen Löwen) durch schicke Natur und sehen unzählige Vögel, mehrmals das letzte Stück eines flüchtigen Warans und sogar eine ca. 2,5 Meter lange schwarze Kobra nur 3 Meter von uns entfernt. Nettes Dorf, dank Nebensaison sind wir wir die einzigen Touristen. Deshalb ist es hier sehr entspannt und die Leute sind sehr freundlich zu uns. Da wir aber definitiv nicht in den Park kommen und auch keinen Ärger mit dem Forest Officer haben wollen machen wir uns auf zur nächsten Station. Mit dem Bummelzug geht es nach Diu eine Touristeninsel am arabischen Meer. Auch hier wieder fast keine Touristen. Mit dem Moped erkunden wir die Insel (der Gunnar fährt die ganze Zeit) und halten für Chai oder um diverse Vögel (Reiher, Kraniche, Eisvögel, Marabu) zu fotografieren am Straßenrand an. Viel Palmen, starke Wellen und schöne Strände liegen auf dem Weg auf den wir uns jetzt wieder begeben werden.

Bis bald
Antje und Gunnar

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