Ich glaube, die letzte Info war, dass ich nach Kuala Lumpur (KL) zurückgekehrt bin. In KL haben wir die Zeit vor allem mit Shopping und Essen verbracht. Zwischendurch mal eine Thai-Massage. Am letzten Abend haben wir uns noch mit zwei chinesischen Freundinnen von Kerstin in einem Taiwanesischen Restaurant getroffen.
Am Dienstag ging es mit dem Flieger nach Langkawi. Die Insel lohnt sich. Traumwetter, Traumstrände, türkisfarbenes Wasser und Palmen. Unsere Unterkunft (passender Name: Tropical Resort) war nur 5m vom Strand entfernt. Das schöne an unserem Strand war vor allem, dass er so leer war.
Rein gesunheitstechnisch war die zweite Woche weniger gut als die erste. Nachdem ich meine ersten - fast schon erwarteten - Magen-Darmprobleme hatte, kamen dann auch noch Kopf- und Gliederschmerzen dazu. Da das Fieber ausblieb, gab’s keinen Anlass für weitere Sorgen. Als alle Beschwerden am Abklingen waren, habe ich mir noch selbst ein Problem geschaffen. Den ersten Tag auf Langkawi haben wir am Strand verbracht. Um uns vor der tropischen Sonne zu schützen, haben wir uns einen Sonnenschirm geliehen und lagen die ganze Zeit nur im Schatten. So war es gut auszuhalten. Nur leider gelang mir kein Transfer der Erfahrungen vom Segeln und Skifahren. Unser Sonnenschirm war nämlich sehr nah am Wasser aufgebaut, also gab es vermutlich starke Reflexionen der Sonnenstrahlen unter den Schirm. Was nach 4 Stunden am Strand folgte war ein Sonnenbrand, wie ich ihn seit Equador 1999 nicht mehr hatte. 3 Tage lang sah ich aus wie ein Krebs (einige fiese Mücken nutzten die Gelegenheit des nachts gleich aus, da ich meiner Haut leider auch kein Spray zumuten wollte) .
Zum Glück stand am nächsten Tag eine Inselrundfahrt mit einem Mietwagen an, so war ich der Sonne nur wenig ausgesetzt - und wenn, dann gut bekleidet. An den Linksverkehr (und dementsprechend rechts sitzen) konnte ich mich schnell gewöhnen. Am ersten Tag in KL wollte ich noch auf der Seite des Taxisfahrers einsteigen. An diesem Tag haben wir endlich auch einen Rucksack für Yvonne gefunden. Was leider aber auch zur Folge hatten, dass ich meinen alten, den sie bisher nutzte, auf Langkawi lassen musste. Er war inzwischen zu kaputt, hat aber in 12 Jahren viele Dinge erleben können und müssen (u.a. ist mal ein Bus über ihn drüber gefahren).
Am letzten Tag auf Langkawi haben wir eine geführte Tour mit dem Boot durch die Mangrovenwälder gemacht, die sich wirklich gelohnt hat. Witzig war ein Besuch auf einer Fischfarm, auf der man diverse, z.T. merkwürdige, Fische füttern konnten (mehr dazu auf den Bildern) und der Besuch einer Höhle mit Fledermäusen. Als der Guide pfiff, flogen einige von diesen plötzlich durch die Höhle, worauf alle drei weiblichen Touris inkl. Yvonne wie auf Kommando tief in Deckung gingen. Zu Yvonnes Ehrenrettung: Sie ging, im Gegensatz zu den anderen beiden, dann wenigstens aufrecht weiter durch die Höhle. Negatives Highlight, auch wenn gut gemeint, war für mich der Stop an einer Insel mit Badestrand. Denn leider konnte ich ja nicht baden bzw. die wenigen Schatten auf der Insel verlassen.
Am nächsten Tag ging es mit in einer 12stuendigen Fahrt (1 mal Fähre, 4 mal Bus) nach Tanah Rata in die Cameron Highlands. Ankunft war 20.30 Uhr. Hostel hatten wir zum Glück schon reserviert. Die erste Nacht war deutlich kälter als die vergangenen, da die Highlands, wie der Name sagt, etwas höher liegen. Am folgenden Tag, gestern, haben wir kurzentschlossen eine halbtägige Tour gebucht. Meine allgemeine Skepsis gegenüber geführten Touren hat sich, diesmal, bestätigt. Die beiden Höhepunkte der Tour sollten die Fahrt auf den höchsten Berg der Highlands und dort eine Wanderung durch den “mossy forest” sein. Ich war schon sehr skeptisch, als die anderen Touris (ein Brite mit Badeschlappen, die beiden Damen mit feinen, spitzen Halbschuhen) einstiegen. Wir hatten unsere Wanderstiefel dabei. Nun, der Ausflug und die “Wanderung” waren enttäuschend kurz und langweilig; wie dann auch nicht anders zu erwarten. Da auch der erste Programmpunkt eine Enttäuschung war und nicht mehr viel auf dem Zettel stand, was mich noch gereizt hätte, teilte ich dem Fahrer und Guide mit, dass für mich Schluss sein und ich den Weg vom Gipfel abwärts, zurück ins Hostel laufen würde, um wenigsten ein bisschen mehr Bewegung zu haben. So bin ich die 10 km vom Gipfel bis zur Strasse und dann weiter Richtung Tanah Rata. Unterwegs traf ich dann wieder auf unsere Gruppe, die wohl gerade vom letzten “Highlight” die Heimreise antreten wollten. Das traf sich ganz gut, da ich ja nun schon meinen Walk hatte und die Strasse selbst wenig lohnenswert war.
Um dann doch die Highlands noch mal richtig zu genießen, habe ich mich heute früh um 7 auf den Weg zu einer Halbtagswanderung gemacht. Diese war sehr schön, weil ich, nachdem ich den Beginn des ersten Trails gefunden hatte, unterwegs keine Menschenseele traf, was ich darauf schob, dass es so früh unterwegs und der Trail als “very steep, only recommended for the fit ones” beschrieben war. Vom Gipfel abwaerts waehlte ich dann eine andere Route, aber auch hier war ich, unerwartet, allein. Einziger Wermutstropfen auf dieser Wanderung war der Nebel, der aufzog, als ich oben stand (und sich dann auf dem Abstieg auch wieder verzog) und der Verlust eines Oberteils, dass ich leider nicht richtig am Rucksack befestigt hatte. Aber somit habe ich meinen Tribut hoffentlich gezollt, denn eigentlich verlieren ich auf jeder Reise irgendein Gepäckstück.
Wie geht es weiter? Morgen doch noch mal nach KL. Hintergrund: Der direkte Weg zum Nationalpark Taman Negara, unserem nächsten Ziel, ist nicht nur deutlicher teurer (da mehr oder weniger nur für Touris interessant), sondern auch länger. Danach ist die Ostküste geplant und vor dort wird wohl auch der nächste Bericht folgen.
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