Wir sind zurück aus dem Batang Ai Nationalpark. Hier ist die einzige Stelle in Sarawak, wo man noch wilde Orang Utans sehen kann. Zur Information: Orang Utan heisst Waldmensch (Orang = Mensch, Utan = Wald). Nun, wir nehmen mal die Spannung vorweg: gesehen haben wir leider keine. Aber nichts desto trotz haben wir hier sehr schöne Tage verbracht. Und wenn wir keine Waldmenschen sehen, mussten wir eben selbst zu welchen werden. :-)
Zunächst ging es von Kuching aus nach Lubok Antu und von dort nach einer Zwischenstopp-Nacht bei einem selbsternannten Cowboy geht es mit dem Longboot ca. 2 Stunden erst See- und dann Fluss-aufwärts. So ein Longboat ist nicht sehr hoch und bei ein paar Stromschnellen schwabbt schon mal das Wasser auf die Knie. Aber unsere Bootfahrer kennen sich gut aus und wir sind beeindruckt wie ruhig sie das kleine Boot über und durch das Wasser schippern.
Bei ein paar Forest-Rangern im Haus werden wir die nächsten Tage verbringen. Unser Guide heißt Angai, mit ihm und jeweils einem Traeger fuer Wasser und Essen laufen wir mehrmals durch den Wald, und besteigen dabei Berge. Angai ist 45 Jahre alt, die anderen sind auch nicht viel jünger, zwei sogar 68 (mit einem Koerperbau, von dem manch einer traeumt). Dafür sind sie verdammt fit. Während wir schwitzend und keuchend den nicht enden wollenenden Berg bezwingen und eine Pause erzwingen müssen (T-shirt und Hose nass von Schweiß und Luftfeuchtigkeit), haben unsere beiden Begleiter nicht mal Schweißtropfen auf der Stirn. Auch sonst kennen sie sich gut im Wald aus und wir schleichen uns auch an ein paar Tiere ran. Alles eher kleinere Tierchen wie bunte Vögel, Hornvögel, Eichhörnchen, Riesenhörnchen (Körper ca. 40cm groß, Schwanz nochmal 50cm), eine Art Marder, und sehr viel Kleintiere wie Käfer, Spinnen und Ameisen.
Bei einem Trek zuckt Marci auf einmal ruckartig zusammen. Angai ruft er solle zu ihm kommen. Aufeinmal war von schnell laufen die Rede. Mhh. Also bin ich auch losgelaufen und auf einmal zuckte auch ich ruckartig zusammen. Bienen. Und was fuer welche und sehr aggressive obendrein. Naja Marci hat es am Nacken erwischt und mich auf dem Unterarm. Antje in dieser Hinsicht unverletzt. An einem anderen Morgen haben wir sogar einen Skorpion auf Gunnars Struempfem gefunden. Es war aber nur ein kleiner :-)
Insgesamt waren wir 5 Tage im Batang Ai, haben unser Wasser und Essen selber gekocht und prinzipiell ein einfacheres Leben gefuehrt. Das war sehr angenehm fuer uns. Abends wurde zusammen gegessen und gelacht.
Zweimal besuchten wir noch Angais Onkel in einem ca. 60 Jahre alten Longhouse nicht weit von der Rangerstation. Wir wurden dort sehr herzlich begruesst. Beim zweiten Mal wurde eine Art Erntedankfest gefeiert. Wir wurden auch eingeladen. Lecker Essen (Palmengemuese, das an Spargel erinnert, Wildschwein, Reis) und Palmenwein, spaeter Reiswein, noch spaeter Reisschnaps vollendeten den Abend.
Wir haben uns sehr gut mit Anggai verstanden und so wurden wir noch in sein zu Hause eingeladen. Ein riesiges Longhouse schaetzungsweise 100 Meter lang mit mehr als 100 Bewohnern erwartete uns. Ein Longhouse kann man sich so vorstellen. Erstmal steht es erhoeht auf Stelzen. Durch das gesamte Haus zieht sich ein riesiger überdachter Flur. Von diesem gehen dann die einzelnen Wohnungen zu den Familien ab. Dort angekommen wurden wir wieder freundlich empfangen und nach dem ueblichen Palmenweintrinken ging es an das Festmahl. Vielfaeltig, reichhaltig, koestlich. Dann ging es wieder in die Reisweinphase. Ein Glas, immer halb voll, macht dabei die Runde. Nach dem Trinken, ruft man ein lautes “Roha” in die Runde und weiter gehts mit dem Nachbarn. Das Spielchen haben wir ne ganze Weile gespielt, was man allen sicherlich am naechsten Morgen ansah. Wir wurden dann noch zum Busbahnhof in Lubok Antu gefahren, wo der Bus nach Miri auf uns wartete. Frueh um 9 Uhr ging es los und in Miri waren wir gegen 22 Uhr. Anstrengende Reise. Ein Nacht Pause und heute ging es sofort weiter nach Marudi. Dazu sind wir mit dem Expressboat ca. 2,5 Stunden gefahren. Marudi ist ziemlich klein, dafuer aber sehr ruhig und angenehm. Wir haben hier eine sehr schoene Unterkunft (Victoria Hotel) incl. TV und AirCon fuer 6 Euro die Nacht. Wir werden uns jetzt noch einen Strassenburger gönnen, den wir schon seit mehr als 2 Tagen suchen. Morgen fahren wir schon wieder weiter. Nächstes Ziel ist der Gunung Mulu Nationalpark, wo wir Markus und Claudia mit in unsere Reisetruppe aufnehmen. Die Anreise wird ca. 8 Stunden dauern, alles auf dem Boot. Das klingt noch nicht so verlockend, aber grosse Teile davon sind Regenwald. Wir werden sehen.
Bis bald einmal
Antje und Gunnar
4 Kommentare zu “Bei den Iban im Batang Ai Nationalpark”
Hinterlasse doch eine Nachricht.
Suchen
Immer aktuell mit dem RSS 2.0 Feed von "Rund um unsere Welten".

Tags
AJAX Belize Blogs Bücher Cameron Highlands Chinese Wedding CSS Domes Fotografie Fotos Fun Fussball Google Greasemonkey Gujarat Heldrungen HiFi Indien JavaScript Kabarett Kambodscha Langkawi Leipzig Madhya Pradesh Maharashtra Malaysia Musik Nationalparks Passwörter Perak Photoshop Plugins Poetry Slam Rajasthan Reisen Rezepte Sabah Sarawak Software Surfen Tauchen Teheran Thailand Tiere Tiger Tischtennis Tutorials Uboot Uttar Pradesh Uttaranchal Videos Web Webdesign Werbung Wordpress Zitate










Hallo Gunnar, Antje und der Rest der Reisegruppe Sachsen,
es ist immer wieder schön von euch zu lesen. Ich stelle mir eure lebhaft geschilderten Erlebnisse vor und freue mich auf die Bilder die ihr später zeigen werdet. Es mach den Eindruck als habt ihr eine gute und entspannte Zeit: Zusammen mit Freunden die Fremde zu erkunden, was kann es schöneres geben? :-)
Alex
Ein unglaublich schöner Fluss. Die Landschaft und die Berge sind ja komplett von Wäldern umschlungen :)
Ich bin unglaublich neidisch auf diese Reise. Seitdem ich 2007 in Asien war, hat mich auch richtig das Reisefieber gepackt. Schade das ich als armer Student nicht andauernd irgendelche Flüge und Unterkünfte finanzieren kann…
Vielen Dank für diesen schönen Bericht.
Wie weit kann man überhaupt in diesen dichten Wäldern sehen, bevor die Pflanzen/Bäume einem die Sicht versperren?