Nach einer laengeren Internetpause soll es endlich mal wieder ein Lebenszeichen von uns geben.
19.09.2007
Nach dem affigen Abenteuer im Bako NP ging es fuer uns weiter per Flugzeug in den recht unzugaenglichen Mulu Nationalpark. Ausser Flugverkehr ist dieser Ort praktisch von der Welt abgeschnitten. Hier begruessten wir auch freudig unser Empfangskomitee: Antje, Gunnar und Marci, die schon einen Tag vor uns hier angekommen waren.
Wir machten dann auch schon bald unsere erste gemeinsame Unternehmung, eine Wanderung zu zwei Hoehlen, eine mit beeindruckenden Tropfsteinformationen, die andere in nicht weniger beeindruckenden Dimensionen, in der ca. 3 Millionen Fledermaeuse hausen. Diese waren vorerst nur durch riesige dunkle Flecken an der etwa 100 Meter hohen Decke auszumachen. Das grosse Spektakel begann, als die Tiere in einem nicht enden wollenden Strom in immer neuen Formationen ins Freie flogen - von einer Beobachtungsplattform gut zu erkennen. Ein wirklich grandioses Naturschauspiel.
Auf dem Rueckweg - es war schon recht duster geworden - kam das richtige Urwaldfeeling auf, als ploetzlich ein Konzert aus Pfeifen, Zwitschern, Quaken und Zirpen losging.
20.09.2007
Am naechsten Tag ging es recht zeitig los zusammen mit Anna und Bryce, zwei Amerikanerinnen, und Danny, einem Englaender, mit einem Longboot, in das wir gerade so alle hintereinander reinpassten flussauf Richtung Camp 5, unserem Domizil fuer die naechsten zwei Tage. Zwischenstopps gabs es bei einem Handicraft-Dorf, zwei weiteren Hoehlen und einem erfrischenden Bad im Fluss. Die Flussfahrt war auch richtig interaktiv organisiert - es mussten immer mal alle raus zum Anschieben. Irgendwann wurden wir mitten in der Pampa rausgeworfen und mussten die letzten 8,8 km auf einem doch recht bequemen Pfad durch den Urwald zum Camp 5 laufen.
Voellig durchnaesst aber gluecklich kamen wir an und bezogen nach einem weiteren ausgiebigen Bad im Fluss unser verhaeltnismaessig spartanisches Quartier: ein Matratzenlager mit Regendach, da kam schon etwas Pfadfinderromantik auf.
21.09.2007
Wir goennen uns immer noch keinen Urlaub und stehen um 6 auf, um zusammen mit unserem Guide Jeffrey auf einem verschlungenen Pfad die sogenannten Pinnacles, nadelspitze Kalksteinformationen, die aus dem Wald herausragen, zu besteigen. Der Weg war zu unserer grossen Kletterfreude nicht so touri-maessig hergerichtet, sondern stellte eine zunehmend sportliche Herausforderung dar. Es waren zwar nur 2,4 km, dafuer aber 1200 Hoehenmeter, fuer die wir 4 h bergauf und 5 h bergab brauchten. Jeder hatte mehr als 3 Liter Wasser im Rucksack, was sich dann auch als gute Idee herausstellte. Die ersten 2 km ging es zwar steil bergaus, die Kletterei hielt sich aber in Grenzen. Die fing dann auf den letzten 400 m richtig an - mit Leitern und Stricken aber ganz gut zu bewaeltigen.
Der Aufstieg (v.a. gerade der letzte Teil) hat trotzdem viel Spass gemacht, und wir wurden von einer grandiosen Aussicht auf die bizarren Pinnacles belohnt.
Abgesehen von einigen Kratzern, blauen Flecken und Schrammen gabs zum Glueck keine groesseren Verletzungen, obwohl es auf dem Weg zahllose Moeglichkeiten gegeben haette: als Wurzeln getarnte Fallstricke, tiefe Felsspalten, scharfkantige Felsen, dornige Zweige, lose Felsbrocken und glatte Wurzeln, auf denen man immer wieder ausrutschte. Unser Guide schaerfte uns auch noch ein, uns nicht immer auf die gespannten Seile zu verlassen, weil die auch gerne mal von Maeusen durchgenagt werden - die sind halt lecker wegen dem Salz, dass sich durch das Anfassen mit schweissnassen Haenden dort ablagert.
Trotzdem war es eine tolle und beeindruckende Wanderung durch triefnasses Dschungelgruen. Ueberall hingen moosummantelte Lianen von den Baeumen herab, vermodernde Baeume lagen gerum und immer wieder nadelspitze Felsen, ueber die man klettern musste.
22.09.2007
Da wir gegen 11 Uhr wieder im Mulu Headquarter sein mussten, da Marcis Flug 12:20 nach Miri ging (unserer sollte erst 15:20 gehen), mussten wir wieder sehr frueh raus, die 8,8 km im Schweinsgalopp zurueck zum Fluss, wo auch schon das Longboot auf uns wartete und uns in ca. 1.5 h zum Headquarter brachte (diesmal fast ohne Anschieben). Bis dahin gings ganz gut, Marci hat auch seinen Flug bekommen, aber wir mussten feststellen, dass unser Flug ersatzlos schon vor einigen Wochen vom Flugplan gestrichen wurde, und der Flug am naechsten Tag wohl schon voll war. Wohl oder uebel mussten wir also noch eine Nacht im Headquarter verbringen und hoffen, am naechsten Tag dann doch irgendwie weiterzukommen. Der Mulu Nationalpark ist aber nicht der schlechteste Ort, um gestrandet zu sein, und wir verbrachten noch einen sehr enspannten Tag im Headquarter.
Am naechsten Tag gings dann doch ueberraschend weiter. Die kleine FAX-Maschine war doch nicht ausgebucht, und mit etwas Ueberredungskunst gelang es uns auch, kostenlos noch 4 Plaetze zu ergattern. Nicht dass die Inlandsfluege besonders teuer waren, aber aergerlich waere es trotzdem gewesen. Angekommen in Miri war dann das grosse Problem, an diesem Tag noch weiterzukommen, da unsere Anschlussfluege natuerlich schon weg waren. Ein anderer Flug nach Kota Kinabalu war aber trotzdem noch zu kriegen, und das Glueck schien auch noch auf unserer Seite zu sein: Unser dritter gebuchter Flug von Kota Kinabalu nach Lahad Datu hatte 5 Stunden Verspaetung. Es wurden alle Hebel fuer uns in Bewegung gesetzt, damit wir diesen Flug dann noch bekommen. Wir wurden persoenlich abgeholt, uns die neuen Bordkarten in die Haende gedrueckt und das Gepaeck gesondert von einem Flugzeug ins naechste getragen. Abgesehen von den 5 h Verspaetung waren wir also wieder im Zeitplan.
In Lahad Datu ergatterten wir sogar noch einen Minibus, der uns an diesem Abend die 130 km bis nach Semporna an der Kueste der Celebessee, einem Randmeer des Pazifik, brachte. Urspruenglich war an dem Tag noch geplant, mit einem Boot bis nach Mabul zu fahren. Das war dann aber doch nicht mehr drin, so ging es erst am naechsten Morgen auf die Insel.
Die folgenden Tage haben wir mit traumhaften Tauchgaengen und Schnorcheln auf Mabul und Sipadan verbracht, doch davon beim naechsten Mal mehr.
Viele Gruesse von
Marci, Antje, Gunnar, Claudi und Markus
3 Kommentare zu “Mulu und kreuz und quer durch Borneo”
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Hey ihr beiden? Wieder im Lande? Liebe Grüße. Domes
Hi,
super, dass es weiter geht. Lese immer gerne hier, dachte aber schon, dass nichts mehr kommt .
Viele Grüße,
Judit
Dem kann ich mich nur anschliessen. Wirklich sehr schön zu lesen und immer wieder beeindruckend mit welcher Leichtigkeit in wesentlich ärmeren Ländern miteinander umgegangen wird.
In Deutschland wären kostenlose Flüge wohl kaum möglich…
Liebe Grüsse
Steffi