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Nach unserer abenteuerlichen Flug-Geschichte schlafen wir in Semporna in einem luxurioesen Hotel ueber Wasser auf Stelzen. Das Restaurant kann man zwar nicht so nennen, aber egal.
Am naechsten Tag holt uns ein Boot ab und wir fahren ca. 2 Stunden nach Mabul. Das ist ein kleines Inselchen im Meer von Celebes. Als unser Boot an Uncle Changs Unterkunft auf Stelzen ankommt, wartet schon eine kleine Kombo auf uns, die uns mit einem speziell gedichteten Mabul-Song begruesst. Wir sind etwas befremdet, mit Musik empfangen zu werden. Die naechsten Tage spielt diese Kombo aus Mitarbeitern so oft als Begruessung und Verabschiedung von Touristen, als Bandauftritt zum Abend, leise nebenbei auf dem Bootsteg zu diversen Tageszeiten, dass sie uns ihr Mabul-Lied so dermassen in den Kopf gebeamt haben, dass definitv ein Ohrwurm daraus geworden ist und wir es immer noch ab und zu vor uns hintraellern. Aber wie das mit Ohrwuermern im Kopf ist, sie koennen manchmal auch nerven, vor allem wenn man ihn gerade aus dem Kopf hat und jemand anderes faengt ploetzlich mit Pfeifen an und schon hat man es wieder an der Backe.
Trotzdem hatten ein paar Leute des Personals und der Band schon ganz schoen Talent zum singen. Teilweise sehr beeindruckend.

Aber genug davon, wir waren ja nicht wegen der Band hier, sondern um unseren Kopf ins Wasser zu halten und die Unterwasserwelt zu bestaunen. Und das haben wir aus ausgiebig getan. Markus, Claudia und Gunnar haben ja einen Tauchschein, den haben sie 5 Tage auf Sipadan und Mabul genutzt und ihr Logbuch gefuellt. Marci hat innerhalb von rasanten 2,5 Tagen seinen Tauchschein abgelegt (Respekt!) und ich (Antje) hab mich dann doch vorerst gegen einen Tauchschein entschieden. Zu viel Hektik (wie gesagt 2,5 Tage dafür Zeit, man kann nicht verlängern, weil dann die nächsten Leute schon kommen) plus ein sehr mulmiges Gefühl unter Wasser mit dem starken Willen, sobald man unter Wasser ist, wieder nach oben zu wollen, sind keine gute Mischung für einen übereilten Tauchschein. Also hab ich es lieber beim Schnorcheln belassen und das dafür ganz ohne mulmiges Gefühl überaus genossen. Schicke Korallen, bunte kleinere und größere Fischis um mich herum. Sehr beeindruckend waren die Steilhänge unter Wasser in Sipadan. Vom Strand aus gesehen eine Stelle wo hellblaues Wasser auf sehr dunkelblaues trifft. Vom Wasser aus: an der einen Stelle kann man noch stehen und dann geht es fast senkrecht nach unten, und zwar 800 (!) Meter. Da bekommt man beim darüber schnorcheln schon ein seltsames Gefühl, ähnlich wie bei einem normalen Abhang. Es kostet etwas Überwindung darüber zu schwimmen, ein bissl mulmiges Gefühl, nach dem Motto “nicht zu nah an den Abhang, sonst fällt man runter”. So ein Quatsch, was einem das Gehirn aber auch alles so vorspielen kann. Beim darüber schwimmen und herunterschauen kann man dank guter Sicht einige Fische und Korallen in verschiedenen Tiefen sehen. Aber irgendwann wird es dunkel. Und ich war mir sicher dass ich da nicht runter wollte. Aber zum Glück kamen ein paar Tierchen zu mir. Vor allem bunte viele Fische in verschiedenen Farben, Größen und Formen. Zu den Highlights gehört für mich definitiv das das Schwimmen mit Riesenschildkröten (ca. 1,30 Meter gross). Diese großen Brocken sehen so verdammt elegant aus wenn sie durch das Wasser “fliegen”. Unbeschreiblich zusammen mit einer zu schwimmen.

Ebenfalls beeindruckt haben mich 2 Haie. Meine ersten die ich live Unterwasser gesehen habe. Aber keine Angst, die sind ganz friedlich, eher ängstlich und alles noch dran bei mir. Trotzdem ein kleiner Adrenalin-Kick.
So, das wäre ein kurzer Auszug von mir. Da könnt ihr euch ungefähr ausmalen, was die Taucher so alles gesehen haben auf ihren 15 Tauchgängen (die meisten davon um Sipadan herum, 2 in Mabul, ein Nachttauchgang). So viele Schildkröten und Haie dass sie am Ende nur noch nettes Beiwerk der Umgebung waren. Baracudaschwärme, Makrelen, Kofferfische, lustige bunte Wasserschnecken und vieles mehr. Da müsst ihr am besten die Taucher nochmal fragen nach den ganzen Fisch-Namen, oder dann die vielen geschossenen Unterwasser-Fotos und Videos anschaun.
Ein sehr schoener Ort. Es hat uns so sehr gefallen, dass wir noch 2 Tage verlängert haben. Pipe(Markus) hat es geschafft sein Tauch-Logbuch bis zur letzten Seite zu füllen. Buch voll und gleichzeitig die 50 Stunden-Marke unter Wasser zu sein geknackt.

Am letzten Abend gabs für Claudi, Markus und Gunnar noch ein kleines Tauch-Highlight. Wir entschlossen uns zu einem Nachttauchgang, und nach einiger Überzeugungsarbeit kam auch der Gunnar mit. Die vier bunten Knicklichter an unseren Tanks leisteten gute Dienste. Jeder bekam noch eine Lampe in die Hand und ab gings in das schwarze Nass - und es war beeindruckend! Von Fischen war nicht allzuviel zu sehen, weil die meisten nicht nachtaktiv waren, dafür sah man allerlei anderes kurioses Getier. Da schlängelten sich bunte Schnecken durchs Wasser, Einsiedlerkrebse in faustgroßen Schneckenhäusern liefen über die Korallen und als Kieselstein getarnte Krabben liefen herum. Man bekam auch richtig viele Muränen (4 verschiedene Arten) zu gesicht. Tagsüber lassen sich diese Tiere nur mit etwas Glück entdecken. Als die Lampen beim Safety Stop in 5 m Wassertiefe mal gelöscht wurden, bemerkten wir auch ein Glitzern und Funkeln des Leuchtplanktons um uns herum, vor allem wenn man Arme und Beine bewegte. Auch die ausgeatmete Luft hinterließ einen mystischen Leuchtschleier.

Als wir vom Nachttauchgang zurückkehrten, war auch Onkel Chang höchstpersönlich dabei. Das wurde von der Belegschaft offenbar als Anlass genommen, eine kleine spontane Party zu veranstalten. Die Band stürzt sich auf unsere (noch) leuchtenden Knicklichter und schmückt sich sogleich damit - wahlweise als Ohrring, Halskette oder für die E-Gitarre - ein köstlicher Anblick. Gespielt wurde natürlich wieder der Sipadansong, auch gabs soliden Rock von Beatles bis Oasis und Radiohead. Onkel Chang sorgte auch gut für Alkoholnachschub und spendierte eine Saalrunde nach der anderen.

Den letzten Tag noch auf der Insel entspannen und Kater ausschlafen bis uns das Boot zurück fährt und die Band dazu singt:

“I’m glad to say, Drop off is ok.
Baracuda Point is not far away,
Lobster Lair is also there,
and the Hanging Gardens are very rare…lalalalala”.

So, na toll, jetz ist der Ohrwurm wieder da.

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11 Kommentare zu “Kopf unter in Mabul”  

  1. Gravatar Icon 1 heinz peters

    Super schöne Bilder, klasse Bericht.

  2. Gravatar Icon 2 redseadiver

    Hey, ich wohne in Israel und fahre alle Nase lang ans rote Meer. Eilat ist ganz nett, Sinai ist großartig. Aber irgendwie ist alles gleich in der Ecke, man kennt die ‘Landschaft’ dann doch nach einer Weile. Danke für den Malaysiatipp, ich muss mir das wohl man anschauen, ich Ärmster ;-)

  3. Gravatar Icon 3 Constantin

    Ja, da muss ich Heinz Recht geben!

    Die Berichte hier sind wirklich sptizenklasse!

    Auch dieser ist wieder ganz super. In so einem Hotel würde ich auch gerne mal übernachten. ;)

    Constantin

  4. Gravatar Icon 4 Xel

    Super Bilder - schade, dass ich deinen Blog erst jetzt finde… schaut übrigens richtig klasse aus.

    Ich hatte leider bislang nur einen Nachttauchgang und mein letzter Tauchgang liegt auch schon wieder ein paar Jahre zurück… aber da hatte ich wenigstens zum krönenden Abschluss Besuch von ein paar Delfinen, was ja auch mal ganz schön ist.

    Muss mal schauen, ob ich die Bilder die ich damals gemacht habe mal einscanne und in meinem Blog veröffentliche, auch wenns schon ein bissel her ist.

  5. Gravatar Icon 5 Viviane

    Ich will auch da hin, die Bilder sind wirklich faszinierend.

  6. Gravatar Icon 6 Tom

    Die Bilder sind wirklich spitzenklasse. Ich bin mehr als neidisch.

  7. Gravatar Icon 7 Steffi

    Echt schöne Bilder, ich war schon lange nicht mehr tauchen, aber bald ist es wieder so weit :) Klingt echt schon da wo ihr wart, vielleicht fliegen mein Freund und ich auch mal hin :)

  8. Gravatar Icon 8 DSL

    Die Korallen sind wirklich traumhaft :) Meine Tante war vor ein paar Jahren auch in Mabul.

  9. Gravatar Icon 9 prepaid handy

    Hammer Bilder! Muss auch endlich mal wieder tauchen gehen..!!

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